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Qualität

 

 


Saatgutqualität

Für eine optimale Qualität unseres Saatguts führen wir regelmäßige Qualitätsuntersuchungen durch. Die Anforderungen an die äußere Qualität des Saatguts steigen weiterhin. Wir werden diesen Anforderungen gerecht, indem wir unsere beim Wareneingang festgestellte Qualität in regelmäßigem Turnus überprüfen, um einen eventuellen Abfall der Keimfähigkeit frühzeitig festzustellen. und die Partie gegebenenfalls aus dem Verkauf zu nehmen. Bei ungünstigen Bedingungen während der Kulturzeit kann es im Extremfall dazu kommen, dass die Qualitätsstandards nicht erfüllt werden und das Saatgut nicht verkauft werden kann.

 

Keimfähigkeit

Die Prüfung der Keimfähigkeit wird gemäß den ISTA-Methoden durchgeführt. Die Angabe der Keimfähigkeit auf der Tüte bezieht sich auf den Zeitpunkt der Auslieferung.

 

Triebkrafttest

Hierbei handelt es sich um einen Stresstest, bei welchem die Keimlinge unter erschwerten Bedingungen gute Auflaufwerte erreichen müssen. Entwickelt wurde dieser Test für die einzelnen Gemüsearten analog dem so genannten "Maiskaltkeimtest in Ziegelgrus" der ISTA-Richtlinien.

 

Pflanzengesundheitsuntersuchungen

Die Prüfung des Saatgutes auf samenübertragbare Krankheiten erfolgt bei uns im Haus oder in Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzamt Wetzlar sowie anderen Instituten. Samen können nicht absolut frei (steril) von Pilzsporen oder anderen Mikroorganismen sein. Wird bei einer Untersuchung ein signifikanter Befall festgestellt, so wird die Partie einer Warmwasserbehandlung unterzogen. Erst wenn die Behandlung erfolgreich war, gelangt das Saatgut in den Verkauf. Die Gesundheit der Pflanzen auf dem Feld ist außer von der Saatgutqualität auch von anderen Faktoren wie Umweltbedingungen, Anbausystem usw. abhängig.
 


Qualitätsmanagement

In Zusammenarbeit mit der nordhessischen Firma EcoConcept haben wir in den letzten Jahren ein umfangreiches Qualitätsmanagement aufgebaut. Neben dem Qualitätshandbuch mit exakten Arbeitsanweisungen haben wir den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung eingeführt. So versuchen wir in der Abteilung Abfüllung (wie natürlich auch in anderen Bereichen) Schwachstellen bereits im Arbeitsprozess zu identifizieren und Verbesserungen einzuführen. In regelmäßigen Abständen führen wir interne Audits durch.


Pflanzenzüchtung

 

Vom Impuls bis zur neuen Sorte - Vorgehensweise bei der Entwicklung neuer Gemüsesorten von Kultursaat e.V.

Von Anfang an stand bei der Kultursaat-Arbeit die sorgsame Pflege und Weiterentwicklung unserer Gemüsearten im Vordergrund. Bewährte Sorten werden erhalten und neue entwickelt – alles unter dem Dach und im Auftrage des gemeinnützigen Vereins, damit die Sorten nicht wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen sondern als Kulturgut erhalten bleiben. Für ein möglichst zielführendes Fortkommen bei der langwierigen züchterischen Arbeit wurden Formen der Zusammenarbeit entwickelt, die Ähnlichkeit mit der Qualitätssicherung in Unternehmen haben. Das Schaubild zeigt die verschiedenen Elemente, die an der Entwicklung einer neuen Kultursaat-Sorte beteiligt sind.

Entwicklung Kultursaat-Sorte
Zehn Schritte zu einer neuen Kultursaat-Sorte

Am Anfang steht der jeweilige Züchter, der sich mit einer oder mehreren Arten beschäftigt und ein konkretes Anliegen verfolgt. Das kann ein wohlschmeckender und prinzipiell anbautauglicher Salat sein, dessen Anfälligkeit gegenüber Pilzen verringert werden soll oder die Intensität der Durchfärbung einer Roten Bete bei gleichzeitiger Steigerung der Lagerfähigkeit. Die Aufgabenpalette ist nach wie vor sehr groß, und die individuell verschiedenen Ideen und Herangehensweisen entstehen aus dem Austausch mit Gärtnern, Händlern, Verbauchern, Qualitätsforschern etc. Diese Ansätze werden dann als konkrete Projektvorschläge gegenüber dem Vereinsvorstand formuliert, der wiederum Züchtungsaufträge erteilt. Alljährlich werden schriftliche Zwischenberichte verfasst, die den Stand der Züchtungsarbeiten dokumentieren. Gemeinsam mit den Arbeitsbesuchen durch sogenannte Züchtungs-Paten, das sind in der Regel zwei Vertreter des Vorstandes, und Gesprächen in der (für jede Kulturart spezifischen) Fachgruppe sind die Berichte Grundlage für die Entscheidung, wie die züchterische Arbeit im engeren Sinne weitergehen soll und kann. Kollegialer Austausch findet zudem auch bei den jährlich organisierten Züchtertreffen sowie bei dezentralen Kulturgruppentreffen statt. Die begleitenden Untersuchungen mit Bildschaffenden Methoden, nämlich Steigbild nach Wala und Kupferchloridkristallisation nach Pfeiffer, geben den Züchtern Orientierung bezüglich der inneren Qualität.

Zuchtlinien, die der jeweilige Züchter als anmeldereif favorisiert, werden in mehreren Erwerbsgemüsebaubetrieben geprüft. Die mehrjährigen, detaillierten Rückmeldungen von diesen Probeanbauten bilden gemeinsam mit den oben genannten Dokumentationen die Beurteilungsgrundlage für den Vereinsvorstand, ob ein Sortenkandidat auf Empfehlung der Fachgruppe in die behördliche Anmeldung kommen kann oder ob noch weitere Bearbeitung nötig ist. Bei der Registerprüfung, behandelt das Bundessortenamt die Kultursaat-Sortenkandidaten genauso wie diejenigen von anderen Gemüsezüchtern und stellt die Kriterien Unterscheidbarkeit, Einheitlichkeit und Beständigkeit fest; Tomaten müssen darüber hinaus auch bzgl. bestimmter Pathogene als eindeutig resistent oder anfällig geprüft und eingeordnet werden – diese Zusatzprüfungen haben schon manche Zulassung Erfolg versprechender Tomatenstämme verhindert.

Wenn das Bundessortenamt nach der in der Regel zweijährigen Prüfphase bescheinigt, dass die Sorte den Anforderungen nach dem UPOV-Übereinkommen entspricht, dann ist das Entwicklungsprojekt erfolgreich abgeschlossen: eine neue Sorte ist gezüchtet – die Erhaltungszucht wird dann im Auftrage des Vereins durchgeführt. Die offizielle Zulassung dieser Sorte durch das Bundessortenamt ermöglicht, dass Saatgut von dieser Sorte verkehrsfähig wird und verkauft werden darf. Die Sortenrechte bleiben bei Kultursaat, das heißt, der gemeinnützige Verein ist Eigentümer der Sorte.

 


Saatgutproduktion

 
Zur Zeit produzieren ca. 100 Betriebe biologisch-dynamisches und ökologisches Saatgut was durch die Bingenheimer Saatgut AG vertrieben wird. Die Vermehrer treffen sich zweimal im Jahr um Erfahrungen in der Saatgutvermehrung und Fragen der Zusammenarbeit zu besprechen. Die meisten Vermehrer haben Aktien der Bingenheimer Saatgut AG gezeichnet und unterstreichen damit Ihre Verbundenheit mit der Firma. Die Bingenheimer Saatgut AG versteht sich als Dienstleisterin für die gemeinsame Idee von Vermehrer und Züchter. Die Beteiligten wollen ein breites Angebot an ökologischem Saatgut bereitstellen und die Züchtung sowie den Vertrieb biologisch-dynamischer Sorten fördern.

 


Saatgutaufbereitung

 
Die Saatgutaufbereitung und -behandlung bildet zusammen mit dem Saatguteinkauf und der Saatgutdiagnostik den Bereich „Produktion“ der Bingenheimer Saatgut AG. Durch unsere regelmäßigen Schnittstellengespräche gewährleisten wir einen optimalen Zusammenklang der verschiedenen Arbeitsschritte vom Rohsaatgut bis zum geprüften Verkaufssaatgut.

Nach einer intensiven Planungsphase haben wir in der zurückliegenden Aufbereitungssaison unser Bauvorhaben zur Errichtung eines ökologischen Niedrigenergie- Hallenneubaus umgesetzt. Die Fertigstellung erfolgte im Sommer 2008, und die anstehende Aufbereitungssaison, die ab September begonnen hat, werden wir nun erstmals im neuen Gebäudekomplex durchführen. Die Technik wurde aus dem Altgebäude übernommen, allerdings mit Modifikationen an fast allen Maschinengestellen.

Komplett neu sind die Arbeitsbühnen der Maschinenstraßen mit zwei Strängen. Modernisiert haben wir die Saatguttrocknung, die uns eine verbesserte Arbeitseffizienz und eine schonendere Trocknung ermöglicht. Eine neue Kalibriermaschine, eine Absack- sowie Bigbag Umfüllstation und weitere technische Neuerungen bringen Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung bei den Arbeitsabläufen sowie Entzerrung der Arbeitsspitzen in der Reinigungssaison. Unsere Arbeitsfläche hat sich mehr als verdreifacht und die neue Aspirations-Filteranlage trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Das geschlossene System der Filteranlage führt die von Stäuben und Kleinteilen befreite Luft wieder gereinigt in die Halle zurück, sauberer als die Außenluft!
Der Gebäudekomplex ist aufgeteilt in den Vorraum, die Aufbereitungshalle sowie den Kommissionier- und Versandbereich. Zum Vorraum gehören Arbeitsräume für Warmwasserbehandlung sowie Saatguttrocknung. Angegliedert ist ein Kühlraum mit einem Hochlagerregalsystem. In diesem Kühlraum werden die aufbereiteten Saatgutpartien gelagert und bei einer Temperatur von < 15 °C sowie einer Luftfeuchte von < 45/50 % geführt, um Qualitätsverluste sowie Schädlingsbefall bei der Lagerhaltung auszuschließen.

Da wir bereits mit einem Qualitätsmanagementsystem arbeiten, haben wir den Neubau natürlich in dieses System integriert. Wir setzen im Gesamtbetrieb die Arbeitsanweisungen aus unserem Qualitätshandbuch um. Die bestmögliche Saatgutqualität zu erreichen ist unser Ziel und der Bereich Saatgutaufbereitung hat dabei eine Schlüsselfunktion.
In der Warenannahme werden die Warenbegleitpapiere kontrolliert und die erste sinnliche Qualitätsprüfung (z. B. Feuchtigkeit und Verunreinigungsgrad) durchgeführt. Nach erfolgter Kennzeichnungsprüfung nach der EG-Bio-Verordnung und Einbuchung in unser EDV-System kann das Saatgut die verschiedenen Aufbereitungsstufen durchlaufen. Für Großpartien stehen entsprechend dimensionierte Maschinen bereit, wie z.B. Dreschmaschine, Bürstenmaschine, Grundreinigungsmaschine, Bandausleser, Trieur, Tischausleser, Kalibriermaschine, Fotozellenausleser sowie die Umfüll- und Absackstation für Großgebinde. Für kleinere Partien steht eine zweite Aufbereitungsstraße mit entsprechend dimensionierten Maschinen zur Verfügung. Zudem ist auch Platz für Handarbeit mit diversen Sieben und weiteren Hilfsmitteln.

In der Aufbereitungshalle arbeiten wir bei Großpartien mit einem Container-System für Saatgut, das von der Warenannahme bis zur Saatgutabsackung benutzt werden kann. Es ist eine große Arbeitserleichterung da wir die Container, Trocknungskisten sowie Euro-Paletten mit gereinigtem/ungereinigtem Saatgut bzw. Sackware komplett mit einem Elektro-Gabelstapler beschicken und bewegen können und zwar in allen Bereichen der Aufbereitung und Behandlung.

Je nach Art, Sorte und Saatgutbeschaffenheit der einzelnen Partien wird gedroschen, gerieben, gereinigt, gesiebt, warmwasserbehandelt und kalibriert. Die Rückstellprobe wird in der Saatgutdiagnostik untersucht. Werden bei den Unter-suchungen signifikante Befallszahlen von samenübertragbaren Krankheiten festgestellt, so werden in der Saatgutdiagnostik verschiedene Probebehandlungen durchgeführt. Hiernach richtet sich dann die Warmwasserbehandlung welche im Anschluss an der gesamten Partie durchgeführt wird. Danach wird schonend (< 30 °C) in der Saatguttrocknung zurückgetrocknet und erneut untersucht. In der Saatgutaufbereitung arbeiten von September-Februar in Teilzeit Franz Gauder sowie in Vollzeit Dirk Gärtner. Weiterhin würden wir uns in der Zeit von September bis Februar über einen PraktikantenIn freuen.

in der Saatgut-Reinigungshalle
Franz Gauder und Dirk Gärtner in der Saatgut-Reinigungshalle


Saatgutabfüllung

Wurde das Saatgut durch unsere hausinterne Saatgutdiagnostik zur Abfüllung freigegeben, steht es der Abteilung Abfüllung zur Verfügung. Die etwa 360 Artikel werden – je nach Wunsch des Kunden – in bis zu 15 verschiedenen Abfülleinheiten von 1g bis 50 kg verpackt. Entsprechend den Verkaufszahlen der letzten 3 Jahre wird der durchschnittliche Bedarf je Verpackungseinheit errechnet. Daraus ergibt sich dann in Abhängigkeit von dem verfügbaren Saatgut, den Herkünften und natürlich der Arbeitsauslastung eine detaillierte Abfüllplanung. Für jede Partie (unterschiedliche Herkunft) wird ein separater Abfüllauftrag erstellt. Durch das interne Barcode-System, das die Partienummern codiert, ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von der Saatguterzeugung bis zum Kunden gewährleistet. Wenn das Saatgut aus unserem klimatisierten Vorratsraum zur Abfüllung bereitgestellt wurde, erfolgt die Abfüllung entweder von Hand, mit einer halb- oder mit der vollautomatischen Abfüllanlage.
Bei der Handabfüllung arbeiten wir eng mit der Gärtnerei der Lebensgemeinschaft Bingenheim zusammen. Hier arbeiten Menschen mit Behinderung, die zum Beispiel Tüten bestempeln, Etiketten kleben oder die Handabfüllung durchführen. Eine Vielzahl großkörniger Saaten sowie die Klotzbeutel können aus technischen Gründen nicht mit der vollautomatischen Abfüllmaschine abgefüllt werden. Mehr als die Hälfte der gesamten Abfüllung wird von Hand abgefüllt, da braucht es viele fleißige Hände die wiegen, löffeln und kleben. Mit einer halbautomatischen Abfüllmaschine werden großkörnige Saaten wie Spinat oder Bohnen effizient abgefüllt. Wenn mehr als ca. 300 Tüten je Partie abgefüllt werden, wird dies schneller und kostengünstiger mit der vollautomatischen Abfüllmaschine erledigt. Insbesondere bei Sorten, die in Portionstüten über den Naturkosthandel vertrieben werden, erreichen wir diese Stückzahl regelmäßig. Auch umfangreiche Sonderabfüllungen für give-away- Aktionen können so in kurzer Zeit durchgeführt werden.