Qualität
Saatgutqualität
Keimfähigkeit
Wir veröffentlichen die Ergebnisse unserer aktuellen Keimfähigkeitsprüfungen auf unserer Homepage:
Hier gelangen Sie zur Suchfunktion für Ihre Saatgut-Partie
Triebkrafttest
Pflanzengesundheitsuntersuchungen
Qualitätsmanagement
Pflanzenzüchtung
Vom Impuls bis zur neuen Sorte - Vorgehensweise bei der Entwicklung neuer Gemüsesorten von Kultursaat e.V.
Von Anfang an stand bei der Kultursaat-Arbeit die sorgsame Pflege und Weiterentwicklung unserer Gemüsearten im Vordergrund. Bewährte Sorten werden erhalten und neue entwickelt – alles unter dem Dach und im Auftrage des gemeinnützigen Vereins, damit die Sorten nicht wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen sondern als Kulturgut erhalten bleiben. Für ein möglichst zielführendes Fortkommen bei der langwierigen züchterischen Arbeit wurden Formen der Zusammenarbeit entwickelt, die Ähnlichkeit mit der Qualitätssicherung in Unternehmen haben. Das Schaubild zeigt die verschiedenen Elemente, die an der Entwicklung einer neuen Kultursaat-Sorte beteiligt sind.
Zehn Schritte zu einer neuen Kultursaat-Sorte
Am Anfang steht der jeweilige Züchter, der sich mit einer oder mehreren Arten beschäftigt und ein konkretes Anliegen verfolgt. Das kann ein wohlschmeckender und prinzipiell anbautauglicher Salat sein, dessen Anfälligkeit gegenüber Pilzen verringert werden soll oder die Intensität der Durchfärbung einer Roten Bete bei gleichzeitiger Steigerung der Lagerfähigkeit. Die Aufgabenpalette ist nach wie vor sehr groß, und die individuell verschiedenen Ideen und Herangehensweisen entstehen aus dem Austausch mit Gärtnern, Händlern, Verbauchern, Qualitätsforschern etc. Diese Ansätze werden dann als konkrete Projektvorschläge gegenüber dem Vereinsvorstand formuliert, der wiederum Züchtungsaufträge erteilt. Alljährlich werden schriftliche Zwischenberichte verfasst, die den Stand der Züchtungsarbeiten dokumentieren. Gemeinsam mit den Arbeitsbesuchen durch sogenannte Züchtungs-Paten, das sind in der Regel zwei Vertreter des Vorstandes, und Gesprächen in der (für jede Kulturart spezifischen) Fachgruppe sind die Berichte Grundlage für die Entscheidung, wie die züchterische Arbeit im engeren Sinne weitergehen soll und kann. Kollegialer Austausch findet zudem auch bei den jährlich organisierten Züchtertreffen sowie bei dezentralen Kulturgruppentreffen statt. Die begleitenden Untersuchungen mit Bildschaffenden Methoden, nämlich Steigbild nach Wala und Kupferchloridkristallisation nach Pfeiffer, geben den Züchtern Orientierung bezüglich der inneren Qualität.
Zuchtlinien, die der jeweilige Züchter als anmeldereif favorisiert, werden in mehreren Erwerbsgemüsebaubetrieben geprüft. Die mehrjährigen, detaillierten Rückmeldungen von diesen Probeanbauten bilden gemeinsam mit den oben genannten Dokumentationen die Beurteilungsgrundlage für den Vereinsvorstand, ob ein Sortenkandidat auf Empfehlung der Fachgruppe in die behördliche Anmeldung kommen kann oder ob noch weitere Bearbeitung nötig ist. Bei der Registerprüfung, behandelt das Bundessortenamt die Kultursaat-Sortenkandidaten genauso wie diejenigen von anderen Gemüsezüchtern und stellt die Kriterien Unterscheidbarkeit, Einheitlichkeit und Beständigkeit fest; Tomaten müssen darüber hinaus auch bzgl. bestimmter Pathogene als eindeutig resistent oder anfällig geprüft und eingeordnet werden – diese Zusatzprüfungen haben schon manche Zulassung Erfolg versprechender Tomatenstämme verhindert.
Wenn das Bundessortenamt nach der in der Regel zweijährigen Prüfphase bescheinigt, dass die Sorte den Anforderungen nach dem UPOV-Übereinkommen entspricht, dann ist das Entwicklungsprojekt erfolgreich abgeschlossen: eine neue Sorte ist gezüchtet – die Erhaltungszucht wird dann im Auftrage des Vereins durchgeführt. Die offizielle Zulassung dieser Sorte durch das Bundessortenamt ermöglicht, dass Saatgut von dieser Sorte verkehrsfähig wird und verkauft werden darf. Die Sortenrechte bleiben bei Kultursaat, das heißt, der gemeinnützige Verein ist Eigentümer der Sorte.










