Anmelden | Warenkorb | Ihr Konto | Kasse

Bingenheimer Saatgut AG - Teil eines lebendigen Netzwerkes

Gehören Sie zu unseren neuen Kunden, die wissen wollen, wo ihr ökologisches Saatgut herkommt? Was uns in Bingenheim motiviert? Und was unsere kleine Aktiengesellschaft anders macht als die anderen? Auf dieser Seite lesen Sie mehr über die Hintergründe unserer Arbeit: wo wir herkommen, wo wir hinwollen und warum wir das wollen. Oder sind Sie einer der vielen treuen Kunden, die uns bereits seit Jahren kennen? Dann empfehlen wir Ihnen das Kapitel „Aus der aktuellen Arbeit“ – hier erfahren Sie die neuesten Entwicklungen des letzten Jahres.


 
Team der Bingenheimer Saatgut AG
Das Team in Bingenheim, Sommer 2011

 


 

Bingenheimer Saatgut AG - Teil eines lebendigen Netzwerkes

 

Die Keimzelle - der Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau  

Historische Entwicklung
Die Bingenheimer Saatgut AG ist mit ihren zehn Jahren noch eine vergleichsweise junge Pflanze. Der Samen, aus dem alles gewachsen ist, wurde vor mehr als 30 Jahren gesät. Eine Gruppe aufgeschlossener und engagierter Demeter-Gärtner und -Gärtnerinnen schloss sich im „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ zusammen. Sie hatten schon in den 80er Jahren erkannt, dass die Saatgutfrage zu einer Schlüsselfrage des Ökolandbaus werden würde. Sie erlebten mit, wie der Siegeszug der heute weit verbreiteten Hybridsorten zu einem drastischen Schwund von samenfesten Sorten führte und mit ihnen die natürliche Fähigkeit zur Vermehrung. Mit Besorgnis erkannte der Initiativkreis, dass die eher biotechniknahen Züchtungstechniken die Grundlagen der biologischen Gemüseerzeugung in Frage stellten.
Daher suchten sie einen neuen Weg und begannen damit, Saatgut von samenfesten Sorten aus biologischer und biologisch-dynamischer Vermehrung zu erzeugen. Eine große Aufgabe: die Demeter-Gärtner mussten sich das Wissen über Saatgutvermehrung im Gemüsebau unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus erst nach und nach aneignen. Besonders wichtig war daher der intensive Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern der Initiative, der auch heute noch gelebt wird. Die ersten Saatguternten wurden untereinander ausgetauscht, doch bald schon zeigte sich, dass es einen zentralen Ort für die Aufbereitung und Prüfung des Saatgutes braucht. Der damalige Gärtner in der Lebensgemeinschaft Bingenheim, einer der Saatguterzeuger der ersten Stunde, brachte das Anliegen in den Entscheidungskreis der Lebensgemeinschaft. Hier wurde die Saatgutfrage mit Begeisterung aufgenommen, ein ehemaliger Schweinestall zum Saatgutlager umgebaut, Reinigungsgeräte wurden angeschafft. Schließlich kümmerte sich seit 1985 die Allerleirauh GmbH, der Vertriebsbereich der Werkstätten der Bingenheimer Lebensgemeinschaft, um den Saatgutvertrieb. Vierzehn Jahre später war der Saatgutbereich so groß geworden, dass eine eigenständige Firma – die 2001 gegründete Bingenheimer Saatgut AG alle Saatgutaktivitäten von Allerleirauh übernahm. Mit der Wahl der Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft und der Festlegung der Aufgaben der neuen Firma wollten die Gründer die Impulse der Vergangenheit aufnehmen und gleichzeitig Raum für eine dynamische Entwicklung geben. Die Aktiengesellschaft bietet die Möglichkeit, einerseits im Alltagsgeschäft schnell zu reagieren und andererseits bei strategischen Fragen viele Menschen an Entscheidungen teilhaben zu lassen (mehr dazu siehe Weiterentwicklung der sozialen Wirtschaftsformen).

 

Der Initiativkreis heute – mehr als nur Wirtschaftspartner

  Auch heute noch pflegt die Bingenheimer Saatgut AG eine besonders intensive Beziehung zu den Saatgut-Vermehrern, die im Initiativkreis zusammengeschlossen sind. Dieser Austausch im Netzwerk ist der Nährboden für das Gelingen unserer Arbeit. Wir nehmen uns als Wirtschaftspartner Zeit füreinander, um gemeinsam die ökologische Saatgutarbeit voranzubringen. Gelebt wird das intensive Miteinander zum Beispiel bei den Initiativkreistreffen, die zweimal im Jahr stattfinden. Hier bilden wir uns gemeinsam fort, bieten eine Plattform für ausführliche Diskussionen im Plenum und nehmen uns Zeit für persönliche Gespräche – das gibt uns eine stabile Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese Form der Zusammenarbeit ist in der Saatgutbranche selten – gewöhnlich diktieren die Abnehmer die Bedingungen. Durch die Verlagerung der Saatgutproduktion in Länder mit klimatischen Vorteilen und billigen Löhnen wird die Entfremdung zwischen Saatgutverwendern und Saatgutproduzenten noch größer.

Sommer-Initiativkreistreffen bei Piluweri 2012


      

Samenfeste Sorten als Sinnbild nachhaltigen Wirtschaftens


Als die Bingenheimer Saatgut AG im Jahre 2001 als Aktiengesellschaft gegründet wurde, stellten die Gründer die neue Gesellschaft ganz in die Tradition der bereits begonnenen Arbeit. Dieses Selbstverständnis prägt bis heute die wesentlichen Grundsätze unseres Unternehmens. Dazu ein Auszug aus unserer Präambel der Leitlinien der Bingenheimer Saatgut AG. (s. Kasten)
Die Bingenheimer Saatgut AG handelt ausschließlich mit ökologischem Saat- und Pflanzgut von samenfesten Sorten. Diese können mit stabilem Sortenbild weiter vermehrt werden, das heißt, die nachgezogenen Pflanzen haben die gleichen Eigenschaften und die gleiche Gestalt wie die Mutterpflanze. Sie sind in der Lage, fruchtbare Samen zu bilden, wie es von Natur aus veranlagt ist. Insofern sind samenfeste Sorten das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft der Kulturpflanzenentwicklung und ein Sinnbild nachhaltigen Wirtschaftens.
Auszug aus Präambel der Leitlinien der Bingenheimer Saatgut AG




Weiterentwicklung der sozialen Wirtschaftsformen


Die gegenseitige Wahrnehmung und Transparenz in den geschäftlichen Beziehungen sind eine Voraussetzung für soziale Wirtschaftsformen. Eine wichtige Rolle spielen zum Beispiel partnerschaftliche Bezahlungsformen und die Pflege von langfristigen Geschäftsbeziehungen. Unsere Kunden wollen wir fair informieren und sie nicht zum Kauf überreden. Wir sehen es als Aufgabe der Bingenheimer Saatgut AG zwischen den Möglichkeiten und Grenzen der Züchtung, der Saatguterzeugung und den Bedürfnissen der Saatgutverwender zu vermitteln. Im Dialog mit Kunden, Züchtern und dem Naturkostfachhandel zum Beispiel auf den Sortentagen (s. „Aus der aktuellen Arbeit“) werden die agronomischen und qualitativen Anforderungen an die Sorten diskutiert. Dabei wird deutlich, dass nur ein komplexes System aus gärtnerischen Maßnahmen in Bereichen der Fruchtfolgegestaltung, Unkraut- und Schädlingsmanagement und züchterischer Arbeit einen nachhaltigen Erfolg verspricht.
Die Besitzverhältnisse der Aktiengesellschaft zeugen ebenfalls von einem anderen und neuen Weg: Wir geben nur vinkulierte Namensaktien heraus, d.h. die Aktien sind auf den Namen des Käufers ausgestellt. Die Geschäftsführung und die Aktionäre legen Wert darauf, dass sich neue Aktionäre mit der ökologischen Saatgutarbeit auch inhaltlich verbinden. Zu dem Kreis der Aktionäre gehören die Software AG Stiftung, die Lebensgemeinschaft Bingenheim, Saatgutlieferanten und Kunden sowie befreundete Institutionen. Wir wollen die Gruppen einbinden, die am Produktions- und Verbrauchsprozess beteiligt sind. So können wir die Aktivitäten der Bingenheimer Saatgut AG so gestalten, dass sie langfristig an den Bedürfnissen der Saatguterzeuger und Nutzer des Saatgutes ausgerichtet sind. Die Beteiligung aller Gruppen hat einen weiteren Vorteil: die Diskussion mit Aktionären ist wie eine kleine Marktforschung. Denn ein Aktionär, der auch Kunde oder Lieferant ist, kann seine Bedürfnisse aus der Perspektive eines Marktpartners einbringen. Diese wertvollen Impulse können wir direkt bei der Unternehmensführung aufgreifen.


Ein gemeinnütziger Verein als Schlüssel für eine zeitgemäße Alternative in der Pflanzenzüchtung


Patente auf Pflanzen und Tiere sind der vorläufige und brandaktuelle Endpunkt des Bedeutungswandels von Sorten: Weg vom Kulturgut hin zum Wirtschaftsgut. Saatgut aber ist mehr als ein gewöhnliches Betriebsmittel. Es bildet den AusgangspunkLogo Kultursaat e.V.t jeder Ernährungskultur. Nach unserer Überzeugung darf es keinen privatwirtschaftlichen Besitz an Sorten und/oder DNA-Sequenzen geben; ebenso wenig wie an anderen Gemeingütern wie Grundwasser oder Luft. Daher wurde 1994 aus der Mitte des Initiativkreises der gemeinnützige Verein Kultursaat für die Züchtungsforschung und Kulturpflanzenentwicklung auf biologisch-dynamischer Grundlage gegründet. Ganz im Gegensatz zu der „Biopatentierung“ legt der Verein Wert auf eine Behandlung der Sorten als erhaltenswürdiges und schutzbedürftiges kulturelles Gut der Menschheit. Viele Mitglieder des Initiativkreises sind Mitglieder von Kultursaat geworden – einige züchten im Rahmen ihres gärtnerischen Betriebes aktiv, andere haben sich ganz auf die Saatgutvermehrung konzentriert und unterstützen den Verein als passives Mitglied. Die Kultursaat-Züchter arbeiten on-farm an etwa zwanzig Standorten im deutschsprachigen Raum an den wirtschaftlich relevanten Gemüsearten. Die Arbeit von Kultursaat e.V. ist sehr vielfältig: Sortenentwicklung, Sortenerhaltung, Züchtungsforschung, Methodenentwicklung, Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Konzepte zur Züchtungsfinanzierung stehen auf der Agenda. Die Bingenheimer Saatgut AG verkauft die neuen Sorten des Kultursaat e. V. Sie erkennen diese im Katalog an diesem Zeichen:



Ihr Beitrag zur Saatgut-Kulturarbeit


Es gibt vielfältige Möglichkeiten die ökologische Saatgutarbeit mit uns weiter zu entwickeln:
Beitrag zur Saatgut-Kulturarbeit





 

Aus der aktuellen Arbeit

 

Drei Sortentage – Bewährung in der Praxis

„Unsere“ neuen Sorten mussten bereits während der Züchtungsarbeit immer wieder unter den kritischen Augen der Züchter, Anbauberater und Gärtner bestehen. Ein wichtiger Test für den Erwerbsanbau sind die Prüfungen auf den Feldern von Praxisbetrieben und die Begutachtung zum Beispiel bei den Sortentagen. Dabei diskutieren Anbauer und Berater die Stärken und Schwächen einer Sorte, die je nach Boden, Witterung und Vermarktungsweg durchaus unterschiedlich sein können. Im Jahr 2012 haben die Bingenheimer Saatgut AG und der Verein Kultursaat e.V. wieder drei Sortentage in Zusammenarbeit mit Anbaubetrieben durchgeführt. Herzlich bedanken möchten wir uns bei den Gastgebern 2012:

Sortentagsflyer 2012


Haus Bollheim in Zülpich
Hermannshof in Wiestedt
Dorfgemeinschaft Tennental in Deckenpfronn
Sortentag Bollheim

Die Einladungen für die Sortentage 2013 versenden wir rechtzeitig. Bitte schauen Sie auch auf unserer Website unter „Aktuelles“ nach Terminen und Anfahrtsskizzen. Für 2013 suchen wir Betriebe, die mit uns einen Sortentag veranstalten wollen – bitte melden Sie sich bei Jörg Schlösser Tel. 06035 1899 37.

 

Samenfeste Sorten im Naturkosthandel immer mehr nachgefragt
Sorten sind Kulturgut
In den letzten Jahren ist die Sortenfrage in der Naturkostbranche verstärkt diskutiert worden. Wir unterstützen Handel und Anbauer durch sortenspezifische Informationen, Vorträge und Schulungen bei uns in Bingenheim und bei dem Naturkostgroßhandel. Zur weiteren Unterstützung der Kommunikation haben wir ein Zeichen neu entwickelt. Es bringt kurz und prägnant die Kernaussagen optisch zusammen. Wir haben eine einfache Grafik gewählt, die zum Ausdruck bringen soll: samenfeste Sorten sind Teil eines großen Kreislaufes. (und: können weiter entwickelt werden.) „Sorten sind Kulturgut“ – nachbaufähig, weil samenfest. Eine ausführliche Erklärung ist das natürlich noch nicht, aber eine erste Idee von der Zukunftsfähigkeit dieser Sorten kann es vermitteln: Als Kulturgut schützenswert und die Fähigkeit über den fruchtbaren Samen die Eigenschaften der Sorte in die nächste Generation weiter zu geben also nachbaufähig zu sein, das sind wichtige Kriterien, die „unsere“ Sorten ausmachen. Die vereinfachte Differenzierung zwischen samenfesten Sorten und Hybridsorten ist als Anfang einer Diskussion um geeignete Züchtungstechniken für den Ökolandbau zu sehen. Denn bei Pflanzen, die botanisch in die Gruppe der Selbstbefruchter gehören, wie zum Beispiel Salate, Buschbohnen oder Erbsen, werden in der Regel keine Hybridsorten angeboten. Dennoch können auch hier zukünftig für den ökologischen Landbau fragwürdige Züchtungstechniken verwendet werden. Wir werden immer wieder nach einer prägnanten Argumentationshilfe gefragt. Die wichtigsten Gründe, die aus unserer Sicht für die verstärkte Verwendung samenfester Sorten sprechen, sind hier zusammengefasst:

Sozioökonomische Aspekte: Samenfeste Sorten können – im Gegensatz zu Hybriden – mit stabilem Sortenbild (ohne Aufspaltung) weiter vermehrt werden. Sie sind in der Lage, fruchtbare Samen zu bilden, wie es von Natur aus veranlagt ist. Insofern sind samenfeste Sorten das Bindeglied der Kulturpflanzenentwicklung aus der Vergangenheit in die Zukunft und Sinnbild nachhaltigen Wirtschaftens. Samenfeste Sorten sind für bäuerliche Erhaltung (on-farm) sowie die Weiterzüchtung bestens geeignet. Aus ihnen können wiederum direkt neue Sorten entwickelt werden. Im Gegensatz dazu ist bei Hybriden eine Weiterentwicklung nur indirekt möglich, denn hier sind die Elternlinien im Privatbesitz der Züchterfirmen. Erst durch langjährigen Nachbau ist unter Umständen eine Neuentwicklung von Sorten wieder möglich. Durch den Einsatz kritisch einzustufender Labortechniken sind sogenannte moderne Hybridsorten mittlerweile häufig pollensteril (sogenannte cytoplasmatische Sterilität, cms); damit ist eine Weiterentwicklung aus ihnen ausgeschlossen. Dies wirkt wie ein eingebautes Patent, das Nachbau zu 100 % verhindert.

Ethische Aspekte: Samenfeste Sorten werden in der Regel unter Berücksichtigung der natürlichen Befruchtungsverhältnisse der Pflanzen entwickelt (Ausnahmen gibt es bei Selbstbefruchtern wie zum Beispiel den Salaten. Hier sind die Sorten gewöhnlich samenfest, doch um bestimmte Resistenzen in die Sorten einzubringen, kommen in der konventionellen Züchtung häufig biotechnologische Verfahren zur Anwendung). Bei neueren Hybridsorten werden oftmals chemisch unterstützte, biotechnologische Verfahren eingesetzt, die einen extremen Eingriff in das Leben und die Fortpflanzungsfähigkeit der Pflanzen darstellen. Der derzeit massivste Eingriff liegt bei sogenannten cms-Hybriden (siehe oben) vor: hier wird Ausbildung fertiler (=fruchtbarer) Pollen verhindert. Wenn man auch Pflanzen eine Würde zuspricht, ist ein solch massiver Eingriff in die Fortpflanzungsfähigkeit ethisch höchst fragwürdig.

Aspekt der genetischen Vielfalt: Samenfeste Sorten haben eine breite genetische Basis, und diese geben sie an die nächste Pflanzengeneration weiter. Sie stehen damit in einem evolutionären Strom. Dies steht im Gegensatz zu Hybridsorten, hier beruhen verschiedene Sorten häufi g auf sehr ähnlichen oder gar denselben Elternlinien, d.h. die Sortenvielzahl ist genetisch gesehen eine „Scheinvielfalt“. Darüber hinaus lagern die staatlichen Genbanken keine Saatgut-Muster von Hybriden ein, sie tragen also nicht zum Erhalt des gemeinsamen Kulturerbes bei.

Qualitätsaspekte: Nach unserer Überzeugung führen diverse Verfahren innerhalb der Hybridzüchtung wie z.B. Inzucht sowie die Nicht-Nachbaufähigkeit (insbesondere die Pollensterilität) zu Verlusten bei den subtileren Eigenschaften der Reife- und Ernährungsqualität bei den Hybridsorten. Samenfeste Sorten dagegen sind „natürlich vollständig“ – und daher für eine umfassende Ernährung des Menschen besser geeignet. Biodynamische Züchter und Qualitätsforscher belegen dies mit spezifischen Untersuchungsmethoden.

Prozessqualität: Das prozessorientierte Qualitätsverständnis im ökologischen Landbau geht über die Betrachtung von Endproduktmerkmalen hinaus. Sorten bzw. Saatgut sind der Ausgangspunkt im Prozess des Anbaus von Pflanzen und daher von entscheidender Bedeutung für die Prozessqualität. Sorten, die unter konventionellen Bedingungen gezüchtet wurden oder konventionelles Saatgut sind keine nachhaltige Grundlage für einen zukunftsweisenden Ökolandbau. Erst mit einer Sortenentwicklung unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus und durch die Verwendung ökologischen Saatguts wird der Prozess der Pflanzenproduktion konsequent ökologisch.

 

Hybridsorten erkennen


Gemäß dem Saatgutverkehrsgesetz müssen Hybridsorten mit dem Zusatz F1 gekennzeichnet werden. Dies gilt auch für Saatgutkleinverpackungen. Für die Vermarktung von Gemüse gilt dieses Gesetz jedoch nicht. Hier können Vermarkter auch andere Bezeichnungen einsetzen (Trademark).


Gemeinsam auf dem Weg


So einleuchtend die Argumente für die Verwendung samenfester Sorten im ökologischen Anbau sind, so schwierig ist oftmals die Umsetzung. Noch fehlen für viele Arten geeignete samenfeste Sorten. Konventionelle Züchterfirmen setzen seit über 40 Jahren auf Hybridsorten – hier findet sich der konventionelle Züchtungsfortschritt – samenfeste Sorten wurden vernachlässigt. Gleichzeitig sind die Anforderungen an den Ökolandbau extrem gestiegen. „Verbraucher und Handel haben sehr hohe Anforderungen an die Produktqualität. Eine Ökomöhre muss heute besser sein als eine konventionelle Möhre: sie muss mindestens so gut aussehen, besser schmecken und einen sehr hohen Ertrag bringen, und dann muss sie selbstverständlich umweltfreundlich produziert worden sein – das gleicht einer Quadratur des Kreises.“ sind sich die Erwerbsgartenbauberater der Bingenheimer Saatgut AG, Klaus Kopp und Jörg Schlösser einig. Will ein Anbauer auf eine Hybridsorte verzichten, kann es sein, dass die „samenfeste Alternativsorte“ erst einmal agronomische Nachteile mit sich bringt: einen niedrigeren Ertrag oder ein längeres Erntefenster, eine geringere Einheitlichkeit oder eine fehlende Resistenz. Die Vorzüge der samenfesten Sorten (Prozessqualität von Anfang an, Unabhängigkeit von der Saatgutindustrie….) sollten Handel und Verbraucher motivieren, durch entsprechende Nachfrage und mitunter auch durch einen höheren Preis ihren Beitrag an der Verbreitung samenfester Sorten zu leisten. Die Entwicklung eines eigenständigen Saatgutbereiches, der den Prinzipien des Ökolandbaus konsequent folgt, wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Realistisch ist diese Vision nur, wenn die Naturkostbranche bereit ist, an dieser Vision mitzuarbeiten und jeden kleinen Schritt in diese Richtung unterstützt.


Der nächste Schritt – eine konsequent ökologische Züchtung


Wer sich für samenfeste Sorten entscheidet, hat den ersten Schritt getan. Aber es genügt nicht, alte samenfeste Sorten vor dem Verschwinden zu bewahren. Sie müssen weiterentwickelt werden, den sich ändernden Umweltbedingungen und auch den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen angepasst werden. Dieser Aufgabe hat sich eine Gruppe von biodynamischen Gärtnern verschrieben. Die Kultursaat-ZüchterInnen entwickeln neue, samenfeste Sorten. Die Züchtung findet auf dem Feld und im Gewächshaus statt, unter biodynamischen Bedingungen. Auf der Grundlage einer wesensgemäßen Pflanzenzüchtung sind so bereits über 44 neue Sorten mit besonderen Qualitäten entstanden. Für 14 weitere Sorten verantwortet der Verein die Erhaltungszucht. Eine weitere Züchtungsinitiative, die eng mit dem Verein Kultursaat e. V. zusammenarbeitet, hat sich in Norddeutschland gegründet. Der Verein Saat:gut e. V. verfolgt ebenfalls das Ziel der Entwicklung samenfester Sorten für den Ökolandbau, nämlich auf organisch-biologischer Grundlage und hat mit den Kulturen Blumenkohl und Brokkoli begonnen. Die Bingenheimer Saatgut AG ist in beiden Vereinen Mitglied.
Logo Kultursaat e.V. Saat:gut e.V.


Aktiv gegen Agrogentechnik

Logo Kultursaat e.V.
Die „Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IGSaatgut)“, deren Mitbegründerin die Bingenheimer Saatgut AG ist, bündelt das politische Engagement ökologischer Saatguterzeuger, Züchter und Erhaltungsinitiativen, initiiert Projekte und ist eine Plattform zum Wissenstransfer für ihre Mitglieder. Gerade in Zeiten scheinbarer Ruhe auf dem Feld der Agrogentechnik, ist eine ständige Beobachtung der EU-Agrarpolitik und das Schärfen der eigenen Argumentationslinie von großer Bedeutung.
Mehr Informationen: unter http://www.gentechnikfreie- saat.de.


Patentstudie


„Biopatente & Agrarmodernisierung – Wie sich Patente auf die gentechnikfreie Saatgutarbeit auswirken“ das ist der Titel einer bemerkenswerten Studie die im Auftrag der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) erstellt wurde. Hier wurden Grundlagen erarbeitet, die einerseits dabei helfen sollen, die Auswirkungen von Biopatenten auf den Bereich der gentechnikfreien Saatgutarbeit einzuschätzen. Andererseits soll hiermit der kritische Biopatentdiskurs unterstützt werden. Die Studie ist hier abrufbar.


Bantam – Zwerge bleiben aktiv

Bantam Aktion Eine unglaublich aktive Gemeinschaft sind die Bantamesen auch nach inzwischen mehr als 5 Projektjahren. Die Community baut Golden Bantam und andere samenfeste Gemüsesorten an und übt sich in der Saatgutvermehrung und im Saatguttausch. Es werden Blockbeiträge geschrieben, gefollowt, getwittert und sollte wieder eine Unterschriften – Aktion nötig sein, werden die über 16.000 „Bantamensen“ sicher wieder rasend schnell die Listen füllen.
Mehr Informationen unter http://www.bantam-mais.de



Erhaltungssortenverordnung


Unabhängig von zukünftig weiteren Revisionen des Saatgutrechtes wurde 2009 eine neue Verordnung in Kraft gesetzt: „Verordnung über die Zulassung von Erhaltungssorten und das Inverkehrbringen von Saat- und Pflanzgut von Erhaltungssorten (Erhaltungssortenverordnung)“. In dieser Verordnung werden auch die Zulassungsbedingungen für die im Gemüsebau wichtigen „Amateursorten“ geregelt. Die vereinfachten Zulassungsbedingungen durch die zuständigen Ämter sind einerseits ein Vorteil. Anderseits sind die Vermarktungsbeschränkungen ein deutlicher Nachteil. Die Verordnung gibt für jede relevante Art genaue Vorgaben bezüglich der Verpackungsgröße und Kennzeichnung vor. Auch die Bezeichnung „Amateursorte“ ist irreführend. Denn die vereinfachte (und damit deutlich kostengünstigere) Zulassung nach dem Saatgutverkehrsgesetz macht durchaus auch für Erwerbsgärtnersorten Sinn. Deshalb ist die Sortenzulassung nach der Erhaltungssortenverordnung kein Qualitätskriterium für den Anbau. Bitte beachten Sie unsere ausführlichen Sortenbeschreibungen. – Sorten, die mit AS („Amateursorte“) im Katalog oder auf der Saatguttüte gekennzeichnet sind, sind Sorten mit behördlicher Zulassung gemäß Richtlinie 2009/145/EG Saatgut. („Für den Anbau unter bestimmten Bedingungen gezüchtete Sorte, deren Saatgut gemäß Artikel 26 der Richtlinie 2009/145/ EG der Kommission kontrolliert wird“). Diese Sorten müssen aus juristischen Gründen als „Amateursorten“ gekennzeichnet werden, obwohl sie durchaus für den Erwerbsanbau geeignet sein können. – Sorten, in deren Beschreibung Sie den Text: „Bewährte Hobbygärtnersorte“ finden, haben kaum noch Bedeutung für den Erwerbsanbau. Diese Sorten passen gut in einen ökologischen, vielfältigen Hausgarten.


Sparmaßnahmen beim Bundessortenamt führen zu Mehraufwand bei ökologischen Züchtern


Die Vereinheitlichung von EU-Rechtsnormen und der allgemeine Sparzwang haben zu einer Zentralisierung der Zulassungsverfahren gemäß europäischem Sortenrecht geführt. So werden z. B. Zucchini, Paprika und Tomaten in Frankreich, Zuckermais in Ungarn, Rosenkohl in Schottland geprüft. Das bringt für die ökologischen Züchter administrativen Mehraufwand und Schwierigkeiten: weite Anreisen zur Begutachtung des Registerprüfanbaus bei häufig sehr kurzen Einladungsfristen, Verständigungsprobleme mit den verantwortlichen Prüfstellen vor Ort auf dem Feld. Vielfach besteht kaum Verständnis für die Besonderheiten samenfester Sorten und den Problemen von konventionellen Testbedingungen für ökologische Züchtungen. Aber ein Sachverhalt hat sich auch in den letzten 1.000 Jahren nicht verändert: regionale Umwelt- und Anbaubedingungen beeinflussen die Ausprägung bestimmter Merkmale entscheidend mit. Und das bedeutet, dass die behördlichen Prüfer bei ihren Bonituren berücksichtigen müssen, sei es in Schottland, Frankreich oder Ungarn. Liebe Kunden und Kundinnen, lassen sie sich nicht von der Kennzeichnung AS = (Amateur Sorten) verwirren- für die Nutzungseignung einer Sorte. orientieren Sie sich bitte an der Sortenbeschreibung. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Berater.

 

 


 

Aus der Arbeit von Kultursaat e.V. - Sorten sind Kulturgut


Logo Kultursaat e.V. Kultursaat e.V.

Ein gemeinnütziger Verein ist der Schlüssel für eine zeitgemäße Alternative in der Pflanzenzüchtung

 Neben der grundlegenden Arbeit der Saatgutvermehrung wurde bald klar, dass die Züchtung neuer Sorten speziell für den Öko- Landbau der nächste Schritt sein musste. So wurde 1994 aus der Mitte des Initiativkreises der Verein Kultursaat e.V. gegründet. Viele Mitglieder des Initiativkreises sind Vereinsmitglieder geworden – einige züchten im Rahmen ihres gärtnerischen Betriebes aktiv, andere haben sich ganz auf die Saatgutvermehrung konzentriert und unterstützen den Verein als passives Mitglied. Die Arbeit von Kultursaat e.V. ist inzwischen sehr vielfältig: Sortenentwicklung, Sortenerhaltung, Züchtungsforschung und Öffentlichkeitsarbeit erfordern viel Aufmerksamkeit. Ganz im Gegensatz zur heute von weltweit agierenden Unternehmen angestrebten „Biopatentierung“ legt der Verein Wert auf eine Betrachtung und Behandlung der Sorten als schützenswertes Gut der Menschheit. Einen privatwirtschaftlichen Besitz an Sorten und/oder DNA-Sequenzen lehnt er konsequent ab.


 



 

Saatgutproduktion

 
Zur Zeit produzieren ca. 100 Betriebe biologisch-dynamisches und ökologisches Saatgut was durch die Bingenheimer Saatgut AG vertrieben wird. Die Vermehrer treffen sich zweimal im Jahr um Erfahrungen in der Saatgutvermehrung und Fragen der Zusammenarbeit zu besprechen. Die meisten Vermehrer haben Aktien der Bingenheimer Saatgut AG gezeichnet und unterstreichen damit Ihre Verbundenheit mit der Firma. Die Bingenheimer Saatgut AG versteht sich als Dienstleisterin für die gemeinsame Idee von Vermehrer und Züchter. Die Beteiligten wollen ein breites Angebot an ökologischem Saatgut bereitstellen und die Züchtung sowie den Vertrieb biologisch-dynamischer Sorten fördern.

 


 

Saatgutaufbereitung

 
Die Saatgutaufbereitung und -behandlung bildet zusammen mit dem Saatguteinkauf und der Saatgutdiagnostik den Bereich „Produktion“ der Bingenheimer Saatgut AG. Durch unsere regelmäßigen Schnittstellengespräche gewährleisten wir einen optimalen Zusammenklang der verschiedenen Arbeitsschritte vom Rohsaatgut bis zum geprüften Verkaufssaatgut.

Nach einer intensiven Planungsphase haben wir in der zurückliegenden Aufbereitungssaison unser Bauvorhaben zur Errichtung eines ökologischen Niedrigenergie- Hallenneubaus umgesetzt. Die Fertigstellung erfolgte im Sommer 2008, und die anstehende Aufbereitungssaison, die ab September begonnen hat, werden wir nun erstmals im neuen Gebäudekomplex durchführen. Die Technik wurde aus dem Altgebäude übernommen, allerdings mit Modifikationen an fast allen Maschinengestellen.

Komplett neu sind die Arbeitsbühnen der Maschinenstraßen mit zwei Strängen. Modernisiert haben wir die Saatguttrocknung, die uns eine verbesserte Arbeitseffizienz und eine schonendere Trocknung ermöglicht. Eine neue Kalibriermaschine, eine Absack- sowie Bigbag Umfüllstation und weitere technische Neuerungen bringen Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung bei den Arbeitsabläufen sowie Entzerrung der Arbeitsspitzen in der Reinigungssaison. Unsere Arbeitsfläche hat sich mehr als verdreifacht und die neue Aspirations-Filteranlage trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Das geschlossene System der Filteranlage führt die von Stäuben und Kleinteilen befreite Luft wieder gereinigt in die Halle zurück, sauberer als die Außenluft!
Der Gebäudekomplex ist aufgeteilt in den Vorraum, die Aufbereitungshalle sowie den Kommissionier- und Versandbereich. Zum Vorraum gehören Arbeitsräume für Warmwasserbehandlung sowie Saatguttrocknung. Angegliedert ist ein Kühlraum mit einem Hochlagerregalsystem. In diesem Kühlraum werden die aufbereiteten Saatgutpartien gelagert und bei einer Temperatur von < 15 °C sowie einer Luftfeuchte von < 45/50 % geführt, um Qualitätsverluste sowie Schädlingsbefall bei der Lagerhaltung auszuschließen.

Da wir bereits mit einem Qualitätsmanagementsystem arbeiten, haben wir den Neubau natürlich in dieses System integriert. Wir setzen im Gesamtbetrieb die Arbeitsanweisungen aus unserem Qualitätshandbuch um. Die bestmögliche Saatgutqualität zu erreichen ist unser Ziel und der Bereich Saatgutaufbereitung hat dabei eine Schlüsselfunktion.
In der Warenannahme werden die Warenbegleitpapiere kontrolliert und die erste sinnliche Qualitätsprüfung (z.B. Feuchtigkeit und Verunreinigungsgrad) durchgeführt. Nach erfolgter Kennzeichnungsprüfung nach der EG-Bio-Verordnung und Einbuchung in unser EDV-System kann das Saatgut die verschiedenen Aufbereitungsstufen durchlaufen. Für Großpartien stehen entsprechend dimensionierte Maschinen bereit, wie z.B. Dreschmaschine, Bürstenmaschine, Grundreinigungsmaschine, Bandausleser, Trieur, Tischausleser, Kalibriermaschine, Fotozellenausleser sowie die Umfüll- und Absackstation für Großgebinde. Für kleinere Partien steht eine zweite Aufbereitungsstraße mit entsprechend dimensionierten Maschinen zur Verfügung. Zudem ist auch Platz für Handarbeit mit diversen Sieben und weiteren Hilfsmitteln.

In der Aufbereitungshalle arbeiten wir bei Großpartien mit einem Container-System für Saatgut, das von der Warenannahme bis zur Saatgutabsackung benutzt werden kann. Es ist eine große Arbeitserleichterung da wir die Container, Trocknungskisten sowie Euro-Paletten mit gereinigtem/ungereinigtem Saatgut bzw. Sackware komplett mit einem Elektro-Gabelstapler beschicken und bewegen können und zwar in allen Bereichen der Aufbereitung und Behandlung.

Je nach Art, Sorte und Saatgutbeschaffenheit der einzelnen Partien wird gedroschen, gerieben, gereinigt, gesiebt, warmwasserbehandelt und kalibriert. Die Rückstellprobe wird in der Saatgutdiagnostik untersucht. Werden bei den Unter-suchungen signifikante Befallszahlen von samenübertragbaren Krankheiten festgestellt, so werden in der Saatgutdiagnostik verschiedene Probebehandlungen durchgeführt. Hiernach richtet sich dann die Warmwasserbehandlung welche im Anschluss an der gesamten Partie durchgeführt wird. Danach wird schonend (< 30 °C) in der Saatguttrocknung zurückgetrocknet und erneut untersucht.


 

Saatgutabfüllung


Wurde das Saatgut durch unsere hausinterne Saatgutdiagnostik zur Abfüllung freigegeben, steht es der Abteilung Abfüllung zur Verfügung. Die etwa 360 Artikel werden – je nach Wunsch des Kunden – in bis zu 15 verschiedenen Abfülleinheiten von 1 g bis 50 kg verpackt. Entsprechend den Verkaufszahlen der letzten 3 Jahre wird der durchschnittliche Bedarf je Verpackungseinheit errechnet. Daraus ergibt sich dann in Abhängigkeit von dem verfügbaren Saatgut, den Herkünften und natürlich der Arbeitsauslastung eine detaillierte Abfüllplanung. Für jede Partie (unterschiedliche Herkunft) wird ein separater Abfüllauftrag erstellt. Durch das interne Barcode-System, das die Partienummern codiert, ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von der Saatguterzeugung bis zum Kunden gewährleistet. Wenn das Saatgut aus unserem klimatisierten Vorratsraum zur Abfüllung bereitgestellt wurde, erfolgt die Abfüllung entweder von Hand, mit einer halb- oder mit der vollautomatischen Abfüllanlage.
Bei der Handabfüllung arbeiten wir eng mit der Gärtnerei der Lebensgemeinschaft Bingenheim zusammen. Hier arbeiten Menschen mit Behinderung, die zum Beispiel Tüten bestempeln, Etiketten kleben oder die Handabfüllung durchführen. Eine Vielzahl großkörniger Saaten sowie die Klotzbeutel können aus technischen Gründen nicht mit der vollautomatischen Abfüllmaschine abgefüllt werden. Mehr als die Hälfte der gesamten Abfüllung wird von Hand abgefüllt, da braucht es viele fleißige Hände die wiegen, löffeln und kleben. Mit einer halbautomatischen Abfüllmaschine werden großkörnige Saaten wie Spinat oder Bohnen effizient abgefüllt. Wenn mehr als ca. 300 Tüten je Partie abgefüllt werden, wird dies schneller und kostengünstiger mit der vollautomatischen Abfüllmaschine erledigt. Insbesondere bei Sorten, die in Portionstüten über den Naturkosthandel vertrieben werden, erreichen wir diese Stückzahl regelmäßig. Auch umfangreiche Sonderabfüllungen für give-away- Aktionen können so in kurzer Zeit durchgeführt werden.