Saatgutaufbereitung

Saatgut-Aufbereitungshalle

Die Saatgutaufbereitung und -behandlung bildet zusammen mit dem Saatguteinkauf und der Saatgutdiagnostik den Bereich "Produktion" der Bingenheimer Saatgut AG.

Durch unsere regelmäßigen Schnittstellengespräche gewährleisten wir einen optimalen Zusammenklang der verschiedenen Arbeitsschritte vom Rohsaatgut bis zum geprüften Verkaufssaatgut.

Nach einer intensiven Planungsphase haben wir in der zurückliegenden Aufbereitungssaison unser Bauvorhaben zur Errichtung eines ökologischen Niedrigenergie- Hallenneubaus umgesetzt. Die Fertigstellung erfolgte im Sommer 2008, und die anstehende Aufbereitungssaison, die ab September begonnen hat, werden wir nun erstmals im neuen Gebäudekomplex durchführen. Die Technik wurde aus dem Altgebäude übernommen, allerdings mit Modifikationen an fast allen Maschinengestellen.

Saatgut-Reinigung

Komplett neu sind die Arbeitsbühnen der Maschinenstraßen mit zwei Strängen. Modernisiert haben wir die Saatguttrocknung, die uns eine verbesserte Arbeitseffizienz und eine schonendere Trocknung ermöglicht. Eine neue Kalibriermaschine, eine Absack- sowie Bigbag Umfüllstation und weitere technische Neuerungen bringen Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung bei den Arbeitsabläufen sowie Entzerrung der Arbeitsspitzen in der Reinigungssaison. Unsere Arbeitsfläche hat sich mehr als verdreifacht und die neue Aspirations-Filteranlage trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Das geschlossene System der Filteranlage führt die von Stäuben und Kleinteilen befreite Luft wieder gereinigt in die Halle zurück, sauberer als die Außenluft!Der Gebäudekomplex ist aufgeteilt in den Vorraum, die Aufbereitungshalle sowie den Kommissionier- und Versandbereich. Zum Vorraum gehören Arbeitsräume für Warmwasserbehandlung sowie Saatguttrocknung. Angegliedert ist ein Kühlraum mit einem Hochlagerregalsystem. In diesem Kühlraum werden die aufbereiteten Saatgutpartien gelagert und bei einer Temperatur von < 15 °C sowie einer Luftfeuchte von < 45/50 % geführt, um Qualitätsverluste sowie Schädlingsbefall bei der Lagerhaltung auszuschließen.

Da wir bereits mit einem Qualitätsmanagementsystem arbeiten, haben wir den Neubau natürlich in dieses System integriert. Wir setzen im Gesamtbetrieb die Arbeitsanweisungen aus unserem Qualitätshandbuch um. Die bestmögliche Saatgutqualität zu erreichen ist unser Ziel und der Bereich Saatgutaufbereitung hat dabei eine Schlüsselfunktion. In der Warenannahme werden die Warenbegleitpapiere kontrolliert und die erste sinnliche Qualitätsprüfung (z. B. Feuchtigkeit und Verunreinigungsgrad) durchgeführt. Nach erfolgter Kennzeichnungsprüfung nach der EG-Bio-Verordnung und Einbuchung in unser EDV-System kann das Saatgut die verschiedenen Aufbereitungsstufen durchlaufen. Für Großpartien stehen entsprechend dimensionierte Maschinen bereit, wie z. B. Dreschmaschine, Bürstenmaschine, Grundreinigungsmaschine, Bandausleser, Trieur, Tischausleser, Kalibriermaschine, Fotozellenausleser sowie die Umfüll- und Absackstation für Großgebinde. Für kleinere Partien steht eine zweite Aufbereitungsstraße mit entsprechend dimensionierten Maschinen zur Verfügung. Zudem ist auch Platz für Handarbeit mit diversen Sieben und weiteren Hilfsmitteln.In der Aufbereitungshalle arbeiten wir bei Großpartien mit einem Container-System für Saatgut, das von der Warenannahme bis zur Saatgutabsackung benutzt werden kann. Es ist eine große Arbeitserleichterung da wir die Container, Trocknungskisten sowie Europaletten mit gereinigtem/ungereinigtem Saatgut bzw. Sackware komplett mit einem Elektro-Gabelstapler beschicken und bewegen können, und zwar in allen Bereichen der Aufbereitung und Behandlung. Je nach Art, Sorte und Saatgutbeschaffenheit der einzelnen Partien wird gedroschen, gerieben, gereinigt, gesiebt, warmwasserbehandelt und kalibriert. Die Rückstellprobe wird in der Saatgutdiagnostik untersucht. Werden bei den Untersuchungen signifikante Befallszahlen von samenübertragbaren Krankheiten festgestellt, so werden in der Saatgutdiagnostik verschiedene Probebehandlungen durchgeführt. Hiernach richtet sich dann die Warmwasserbehandlung, welche im Anschluss an der gesamten Partie durchgeführt wird. Danach wird schonend (< 30 °C) in der Saatguttrocknung zurückgetrocknet und erneut untersucht.