• Sie sehen aktuell die Hobbygarten-Ansicht

    Wählen Sie Erwerbsgärtnerei
    für größere Mengen und Preise ohne USt.

    Sie sehen aktuell die Hobbygarten-Ansicht

    Für Erwerbsgärtnerei oder Fachhandel mit Preisen ohne USt. passen Sie die Ansicht bitte im Menü unter Einstellungen an.

    x
Lieferland:
  • Belgien
  • Bulgarien
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern
Informationen in anderen Sprachen
Onlineshop Sprachversion
Deutsch

EU macht Weg für Gentechnik im Pflanzenbau frei

Der Ökolandbau arbeitet weiterhin ohne Gentechnik.

Trotz vieler Mahnungen und jahrelanger, zahlreicher Proteste von Land- und Lebensmittelwirtschaft, Verbraucher:innen sowie Natur- und Umweltschützer:innen hat am 17. Juni das EU-Parlament mit einer Mehrheit für die Deregulierung der Neuen Gentechnischen Verfahren (NGT) im Pflanzenbau gestimmt.

Unsere wesentlichen Kritikpunkte:

  • Keine Risiko- oder Sicherheitsprüfung für Umwelt, Mensch oder Tier.
  • Keine Kennzeichnung für Verbraucherinnen und Verbraucher.
  • Keine Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelkette.
  • Keine Koexistenz- und Haftungsregeln zum Schutz gentechnikfreier Erzeugung
  • Patentierbarkeit von Pflanzen bzw. deren Eigenschaften.

Patente stärken die Macht der Saatgutkonzerne zulasten der ohne Gentechnik arbeitenden Züchter:innen und der Vielfalt von Sorten als Basis einer nachhaltigen Landwirtschaft. Patente schwächen die Ernährungssouveränität und damit die Ernährungssicherheit.

Die beschlossene Verordnung tritt 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft, zur Anwendung kommt sie dann zwei Jahre später, damit die Mitgliedsstaaten die dazu notwendigen Vorbereitungen treffen können. 

Wir bereiten uns vor

Gemeinsam mit vielen andern der Biobranche kümmern wir uns jetzt darum, die Lieferketten der ökologisch und damit weiterhin ohne Gentechnik erzeugten Produkte abzusichern.

Wie Sie uns dabei unterstützen können? Ganz einfach, in dem Sie gezielt Saatgut, Lebensmittel und weitere Produkte aus ökologischem Anbau kaufen. Noch wirkungsvoller: Sie achten auf Produkte aus ökologisch gezüchteten Sorten. Damit stärken Sie die Ökozüchtung, die sich weiterhin für Sortenvielfalt ohne Patente einsetzt.

Weitere Aktionen und Hintergrundinformationen zum Thema Neue Gentechnische Verfahren

Aktion Feldgespräche

Mit Hofbesuchen wollen Öko-Züchter:innen praktisch zeigen, dass ökologische Pflanzenentwicklung unter realen Bedingungen eine wirksame Alternative ist – und dass eine Deregulierung, wie sie derzeit verhandelt wird, die Anpassungsfähigkeit unserer Kulturpflanzen gefährden kann.

Zur Aktion Feldgespräche

„Wir haben es satt!“ – Demo 2026 in Berlin

Am 17.01.2026 haben wir mit einer Delegation von Kolleg:innen an der „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin teilgenommen. Auch unseren Trecker inklusive Anhänger mit dem Slogan „Da Gen wir nicht mit. Nein zu neuen Gentechniken, ja zu echten Lebensmitteln.“ begleitete den Demozug. Außerdem viele weitere Trecker, die unter anderem für Gentechnik- und Patentfreiheit warben.

Laut der offiziellen Pressemitteilung der Demo-Veranstaltenden gingen rund 8.000 Demonstrierende gemeinsam auf die Straße, um sich für eine zukunftstaugliche, nachhaltige und faire Landwirtschaft für Mensch und Tier stark zu machen. 

Keine Gentechnik auf den Teller!

Noch sind 99 % des Pflanzenbaus in der EU gentechnikfrei. Nach dem Beschluss des EU-Parlaments vom 17. Juni 2026 dürfte sich das bald ändern. Neue Gentechnische Verfahren dürften dann ohne Risikoprüfung zum Einsatz kommen und ohne Kennzeichnung der Produkte verkauft werden. Zudem könnten sich die veränderten Gene unkontrolliert auch auf Feldern, in Gärten und in der Natur verbreiten. Der Entwurf zur Deregulierung der Neuen Gentechnikverfahren berücksichtig weitgehend nur die wirtschaftlichen Interessen der Agrarindustrie und Gentechnikbefürworter und missachtet das Recht auf Wahlfreiheit einer gentechnikfreien Ernährung.

Ein Video-Clip zeigt in gut drei Minuten, warum das Vorsorgeprinzip auch bei den Neuen Gentechnikverfahren gelten muss (englisch mit deutschen Untertiteln — Video von IFOAM, der internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen).

Gemeinsam mit elf weiteren Biosaatgutfirmen sagen wir klar NEIN zu diesem Entwurf:

Biosaatgutfirmen sagen NEIN zur geplanten Deregulierung der Neuen Gentechnik

3. August 2023

Die EU Kommission plant eine weitgehende Deregulierung der Neuen Gentechnik (NGT, new genomic techniques) und hat ihren Vorschlag am 5. Juli 2023 vorgelegt. Dieser Vorschlag hat Konsequenzen für alle, auch wenn der Anbau von NGT-Sorten im biologischen/ökologischen Anbau nicht erlaubt sein soll.

Die Erhaltung der vorhandenen Sortenvielfalt, die Vermehrung von Biosaatgut und die Ökozüchtung werden durch diese Deregulierung massiv erschwert. Die zunehmende Zahl von Patentierungen wird die Ökozüchtung behindern und zu großen Problemen führen.

Die Lösung der großen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen (Klimawandel, Energieversorgung, Erhalt unserer Lebensgrundlagen u.v.a.) verlangt nach ganzheitlichen Lösungen. Die vermeintlich rasche Veränderung von wenigen Basenpaaren im Erbgut greift hier viel zu kurz, das Potenzial der NGT wird meist völlig überschätzt.

Die unterzeichnenden Biosaatgutfirmen lehnen diese Pläne entschieden ab. Sie gefährden die Sortenvielfalt und haben insbesondere negative Auswirkungen auf die Pflanzenzüchtung im Allgemeinen und die Ökozüchtung im Besonderen.

Wir werden uns von unserem Weg nicht abbringen lassen. Auch wenn diese Pläne zu zusätzlichen Kosten für uns Biosaatgutfirmen führen werden, werden wir alles unternehmen, um die von uns angebotenen Sorten und das Saatgut vor Verunreinigungen zu schützen und weiterhin Biosaatgut in bester Qualität anbieten zu können.

AGROSEMENS (Frankreich)
Bingenheimer Saatgut AG (Deutschland)
Bioland Handelsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (Deutschland)
BioSaat GmbH (Deutschland)
Culinaris (Deutschland)
De Bolster Organic Seeds (Niederlande)
Essem’Bio (Frankreich)
Lebende Samen e.V. (Deutschland)
ÖkoKornNord w.V. (Deutschland)
Reinsaat GmbH (Österreich)
Sativa Rheinau AG (Schweiz)
Living Seeds International AG / Sementes Vivas SA (Portugal)

 

Download des Positionspapiers

Eine etwas ausführlichere Begründung für unsere Ablehnung des Entwurfs lesen Sie hier:

Kommissions-Vorschlag missachtet Vorsorgeprinzip und Recht auf Wahlfreiheit einer gentechnikfreien Ernährung

Am 5. Juli 2023 hat die EU-Kommission ihren Entwurf zur Deregulierung der Neuen Gentechnischen Verfahren im Pflanzenbau veröffentlicht. Der Entwurf ist aus verschiedenen Gründen klar abzulehnen:

Missachtung des Vorsorgeprinzips:

Es sollen gentechnisch veränderte Organismen ohne Risikoprüfung in Umwelt und auf die Teller kommen, deren langfristige Wirkungen weder erforscht sein können noch überhaupt erforscht werden sollen. Dies ist unverantwortlich gegenüber der aktuellen, besonders aber auch der zukünftigen Gesellschaft. Auch wenn die Gentechnik-Befürworter behaupten, die Pflanzen seinen mit denen aus herkömmlicher Züchtung gleichzusetzen, bleibt es ein gentechnischer Eingriff, der etwas anderes bewirkt als die in der Pflanze selbst möglichen Veränderungen.

Koexistenz ist nicht geregelt:

Gentechnisch veränderte Pflanzen bleiben im Ökolandbau zwar weiterhin verboten, doch ist in keiner Weise geklärt, wie eine gentechnikfreie Landwirtschaft von einer ansonsten Gentechnik verwendenden Landwirtschaft getrennt bleiben soll. Weder die unvermeidliche Auskreuzung im Freiland noch die mögliche Kontamination in Land- und Lebensmittelwirtschaft werden durch die Kennzeichnung auf Saatgutverpackungen verhindert. Eine Haftungsregelung für dadurch verursachte wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden kommt im Entwurf erst gar nicht vor und das Verursacherprinzip ist somit ausgehebelt. Geschädigte bleiben auf den Kosten sitzen. Selbst wer Maßnahmen zum Schutz vor einer möglichen Schädigung ergreift, muss diese somit komplett selbst tragen. Wer zudem die Gentechnikfreiheit seiner Produkte garantieren will, muss dies mit hohem Kostenaufwand selbst nachweisen.

Wahlfreiheit ist nicht mehr gegeben:

Da Produkte nicht mehr als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen, haben Konsument:innen keine Chance mehr auf Wahlfreiheit. Auch wenn in der Ökolandwirtschaft die Verwendung gentechnisch veränderter Produkte weiterhin verboten bleibt, gibt es für die meisten Verbraucher:innen in Europa keine Möglichkeit mehr, sich gegen eine gentechnisch veränderte Nahrung zu entscheiden. Das kommt einer Entmündigung gleich. Auch sollen nationale Regierungen den Anbau nicht verbieten oder einschränken dürfen, Beschlüsse zur Einrichtung gentechnikfreier Zonen wären nicht mehr wirksam.

Patentierung wird die Regel:

Die Neuen Gentechnischen Verfahren sind direkt verknüpft mit Patenten, was zu einer weiteren Konzentration auf dem Saatgutmarkt führen wird. Auch wenn vielleicht noch frei gezüchtet werden kann, greift der Patentschutz auf einzelne Genomsequenzen spätestens bei der Vermarktung neuer Sorten. Kleinere und mittlere Züchtungsunternehmen werden die Verlierer sein und verschwinden – oder in Abhängigkeit geraten. Auch für Landwirt:innen wird sich die Patentierung von Genomsequenzen in einer weiteren Abhängigkeit von multinational agierenden Konzernen auswirken. Die in Europa noch weitgehend existierende bäuerliche Landwirtschaft wird dadurch massiv geschädigt.

200 Organisationen in der EU haben 2025 ein Statement veröffentlicht, in dem sie weiterhin eine strenge Regulierung für Gentechnik in der Landwirtschaft fordern:

logos-v3

Weitere Pressemitteilungen

Die Ablehnung des Entwurfs bringen wir gemeinsam auch mit den Mitgliedern der IG Saatgut zum Ausdruck:
Pressemitteilung der IG Saatgut (PDF, 0.2 MB)

Hier gelangen Sie direkt zum Verbände-Positionspapier vom 20.11.2023 (PDF, 1.8 MB)

Alle Pressemitteilungen der Bingenheimer Saatgut AG

Ökologisch100 % Bio & gentechnikfrei
Vielfältig100 % samenfest
ZuverlässigHohe Qualität & Kundenzufriedenheit
VersandkostenfreiSaatgut ab 45 Euro innerhalb Deutschlands
Ökologisch100 % gentechnikfrei
PartnerschaftlichNetzwerk mit Züchtung und Vermehrung
LebendigVielfalt an 100 % samenfesten Sorten