Um den Besuch unserer Website attraktiv zu gestalten und die Nutzung bestimmter Funktionen zu ermöglichen, verwenden wir Cookies. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Nutzung damit zu. Mehr Informationen - Mehr Informationen - Akzeptieren

Die Bingenheimer Saatgut AG – Teil eines lebendigen Netzwerkes

Gehören Sie zu unseren neuen Kunden, die wissen wollen, wo ihr ökologisches Saatgut herkommt? Was uns in Bingenheim motiviert? Und was unsere kleine Aktiengesellschaft anders macht als die anderen? Auf dieser Seite lesen Sie mehr über die Hintergründe unserer Arbeit: wo wir herkommen, wo wir hinwollen und warum wir das wollen. Oder sind Sie einer der vielen treuen Kunden, die uns bereits seit Jahren kennen? Dann empfehlen wir Ihnen den Link zu „Aktuelles“ - hier erfahren Sie die neuesten Entwicklungen des letzten Jahres.

Hinter den Kulissen

Lesen Sie mehr über die einzelnen Stationen, die das Saatgut bei uns in Bingenheim durchläuft bevor es bei Ihnen landet und über die Menschen die diesen Weg gestalten in den Porträts unserer Abteilungen.

Saatgutdiagnostik


Bild

Blick auf die Wurzeln als Richtschnur für die Zukunft

Die Ziele und Leitgedanken, die das tägliche Handeln in der Bingenheimer Saatgut AG lenken, basieren auf einer einfachen Grundidee: die langfristige Ermöglichung eines eigenständigen Ökolandbaus durch Erhaltung und Entwicklung samenfester Gemüsesorten sowie die ökologische Vermehrung dieser Sorten, um das Saatgut allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg zur Realisierung dieser Idee sind bedeutende Schritte bereits gegangen. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher wenn man bedenkt, dass noch vor knapp 30 Jahren beim Anbau von Bio-Gemüse aus Mangel an Ökosaatgut häufig auf konventionelles Saatgut zurückgegriffen werden musste und der Siegeszug der Hybridsorten mit einem dramatischen Schwund von samenfesten Sorten einher ging. Eben diese Missstände bewogen eine Gruppe aufgeschlossener, engagierter Demeter-Gärtner_innen, sich zum „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ zusammenzuschließen und den Samenbau samenfester Sorten zu betreiben. Dabei standen zunächst der intensive Erfahrungsaustausch unter den Initiativkreispraktikern und die Sammlung von Wissen über die Gemüsesaatgutvermehrung, unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus, im Vordergrund.

Historische Entwicklung – die wichtigsten Meilensteine

Historische Entwicklung – die wichtigsten Meilensteine
1975Die Idee für biodynamisches Saatgut keimt unter engagierten Gärtnern
1985Vertrieb des Saatgutes (biodynamisch und organisch) über die Allerleirauh GmbH, Bingenheim
1994Gründung des Vereins Kultursaat e.V. aus der Mitte des Initiativkreises
1995Bau der ersten Saatgutwerkstatt
2001Die Bingenheimer Saatgut AG wird gegründet
2008Bau einer neuen Reinigungs- und Logistikhalle
2014Bau einer neuen Saatgutdiagnostik sowie neuer klimatisierter Lagerplätze
2015Preisträger des Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau des BMEL
2016Neuer Webshop online: zweisprachig, übersichtlich, flexibel
2017Bau Foliengewächshaus, Kühlhaus und Verarbeitungsplatz für Versuchsbetrieb und eines weiteren Saatgut-Kühllagers Ausbau der alten Saatgutwerkstatt
2018Erster Züchtungs- und Sortentag in Bingenheim. Einweihung einer neuen Lagerhalle.

Eine Aktiengesellschaft als partnerschaftlich agierendes Unternehmen

Die ersten Saatguternten wurden noch unkompliziert untereinander ausgetauscht. Doch bereits nach wenigen Jahren bestand der Bedarf nach einem zentralen Ort für die Prüfung und Aufbereitung des Saatgutes. Zunächst kümmerte sich die Allerleirauh GmbH, der Vertriebsbereich der Werkstätten der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V., um den Saatgutvertrieb. 14 Jahre später, im Jahr 2001, war der Saatgutbereich jedoch zu einer Dimension angewachsen, die die Gründung einer eigenständigen Firma erforderte: Die Geburtsstunde der Bingenheimer Saatgut AG. Mit der Wahl der Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft und der Festlegung der Aufgaben der neuen Firma wurden die Impulse der Vergangenheit aufgenommen und gleichzeitig Raum für eine dynamische Entwicklung gegeben. Die intensive Beziehung zu den im Initiativkreis zusammengeschlossenen Saatgutvermehrern prägt nach wie vor das Selbstverständnis der Bingenheimer Saatgut AG. Der Austausch im Netzwerk und der respektvolle Umgang unter den Wirtschaftspartnern ist Grundvoraussetzung für das Gelingen der ökologischen Saatgutarbeit. Die zweimal jährlich stattfindenden Treffen des Initiativkreises bilden dabei den Raum für die gemeinsame Fortbildung, bieten eine Plattform für ausführliche Diskussionen und schaffen eine stabile Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese soll ein klarer Gegenentwurf zu den in der Saatgutbranche üblichen Modellen sein, denn gewöhnlich diktieren die Abnehmer die Bedingungen und durch die Verlagerung der Saatgutproduktion in Länder mit klimatischen Vorteilen und Billiglöhnen wächst die Entfremdung zwischen Gärtnern und Saatgutproduzenten.

Bild

Initiativkreistreffen 2018 auf dem Waldhof Kassel

Die Grundsätze unseres Handelns

Die zur Gründung der Bingenheimer Saatgut AG festgehaltenen Grundsätze dienen unverändert als leitende Impulse für unsere Arbeit. Neben unseren Hauptaufgaben, dem Vertrieb samenfester Sorten und der vorausgehenden Aufbereitung des Saatguts, zielen unsere Bestrebungen vor allem auch auf den Erhalt und die Förderung der Sortenvielfalt für den Ökolandbau. Darüber hinaus möchten wir unseren Beitrag zur Förderung der Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe in der Gesellschaft leisten. All unseren Bestrebungen liegen insgesamt die Bemühungen zugrunde, alternative soziale Wirtschaftsformen zwischen allen am Herstellungs- und Verbrauchsprozess beteiligten Gruppen weiterzuentwickeln. Das heißt u. a., dass wir es als unsere Aufgabe ansehen, Kunden fair zu informieren sowie zwischen den Möglichkeiten und Grenzen der Züchtung, der Saatguterzeugung und den Bedürfnissen der Gärtner_innen zu vermitteln (Lesen Sie mehr auf S. 138). Auch in den Besitzverhältnissen der Aktiengesellschaft spiegelt sich dieser Leitgedanke wider: Alle Aktien sind auf den Namen des Käufers ausgestellt und die Geschäftsführung und Aktionäre legen Wert darauf, dass sich neue Aktionäre mit der ökologischen Saatgutarbeit inhaltlich verbinden. Zum Kreis der Aktionäre gehören die Software AG-Stiftung, die Lebensgemeinschaft Bingenheim, Saatgutlieferanten und Kunden sowie befreundete Institutionen.

Auszug aus der Präambel:

Die Bingenheimer Saatgut AG baut auf den Ideen und dem Einsatz des Initiativkreises für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau und der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V. auf. Die Firma wird im Sinne der Gründungsideen der genannten Gruppen die biologisch-dynamische Saatgutarbeit weiterführen und entwickeln. Dabei sollen insbesondere folgende Impulse gepflegt und weiterentwickelt werden:

  • Vertrieb von biologisch-dynamisch gezüchteten und entwickelten Sorten;
  • Erhalt und Förderung der Sortenvielfalt für Landwirtschaft und Gartenbau;
  • Erhalt und Förderung der Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe in der Gesellschaft;
  • Weiterentwicklung von sozialen Wirtschaftsformen zwischen allen am Produktions- und Verbrauchsprozess beteiligten Gruppen.
  • Nach Möglichkeit ist die Firma bestrebt, Tätigkeitsfelder für seelenpflegebedürftige Menschen bereitzustellen.

Ein gemeinnütziger Verein als Schlüssel für eine zeitgemäße Alternative in der Pflanzenzüchtung

Doch wem gehören eigentlich die Sorten? Und wem sollten sie gehören? Die aktuelle Debatte um Patente auf Pflanzen und Tiere verdeutlicht den Bedeutungswandel von Kulturpflanzen: In der Vergangenheit noch als wichtiges Kulturgut angesehen, werden Sorten heute oftmals als reines Wirtschaftsgut behandelt. Saatgut ist jedoch deutlich mehr als nur ein Betriebsmittel wie Diesel, Kisten, Vlies etc. Es bildet den lebendigen Ausgangspunkt jeder Ernährungsweise. Nach unserer Überzeugung darf es keinen privatwirtschaftlichen Besitz an Sorten und auch nicht an DNA-Sequenzen geben. Zur Vertretung dieser Überzeugung wurde 1994 aus der Mitte des Initiativkreises der gemeinnützige Verein Kultursaat gegründet. Der Verein übernimmt die biologisch-dynamische Sortenentwicklung, Sortenerhaltung, Züchtungsforschung, Methodenentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Züchtungsfinanzierung. Viele Initiativkreisler sind Kultursaatmitglieder geworden, einige haben züchterische Aktivitäten im Rahmen ihres gärtnerischen Betriebes begonnen und andere haben sich ganz auf die Saatgutvermehrung konzentriert. Die praktische Züchtung findet bei Kultursaat in biologisch-dynamisch bewirtschafteten Zuchtgärten an etwa zwei Dutzend Standorten im deutschsprachigen Raum statt. Sie erkennen die neuen Sorten von Kultursaat e.V. im Shop und Katalog am Kultursaat-Logo.

Ihr Beitrag zur Saatgut-Kulturarbeit

Es gibt vielfältige Möglichkeiten die ökologische Saatgutarbeit mit uns weiter zu entwickeln:

  • Als Kunde oder Kundin: Schenken Sie uns Ihre Rückmeldungen! Ihre Erfahrungen sind die Grundlage unserer kontinuierlichen Weiterentwicklung, die wir im Rahmen unseres Qualitätsmanagements vorantreiben.
  • Als zukünftige_r Saatgut-Vermehrer_in: Sind Sie Erwerbsgärtner_in und arbeiten auf ökologisch bewirtschafteten Flächen nach den Richtlinien eines Anbauverbandes? Sprechen Sie uns an und besuchen Sie die Treffen des Initiativkreises.
  • Als zukünftige_r Aktionär_in: Sie wollen sich an unserer nachhaltigen Saatgutarbeit durch ein finanzielles Engagement beteiligen? Bitte melden Sie sich und fordern Sie Informationen bei uns an.
  • Auch Sie können direkt Mitglied bei Kultursaat e.V. werden und so an der Weiterentwicklung und Pflege eines Kulturgutes teilhaben.

Das Netzwerk heute in Zahlen:

Die Bingenheimer Saatgut AG

  • arbeitet mittlerweile in vier Gebäuden mit ca. 50 Mitarbeiter_innen
  • 88 Gärtnereien vermehren biodynamisches und ökologisches Saatgut
  • ca. 45.000 Kund_innen beziehen Saatgut aus Bingenheim und bauen samenfeste Sorten an
  • unzählige Hobbygärtner_innen kaufen „Bingenheimer Saatgut“ im Naturkosthandel
  • 119 Aktionär_innen aus Öko-Landbau, -handel und -verarbeitung begleiten die Arbeit der AG partnerschaftlich
  • der gemeinnützige Verein Kultursaat e.V. pflegt mehr als 90 neu gezüchtete biodynamische Sorten und 19 Sorten in Erhaltungszucht