Navigation umschalten
Sprache
Versandgebiet:
  • Belgien
  • Bulgarien
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern
Mein Warenkorb Artikel

Zukunftsfähige Sorten mit Geschmack

Ute Kirchgaesser über ihre Arbeit in der ökologischen Gemüsezüchtung

Aus Köln kommend hat Ute Kirchgaesser die freie Ausbildung in der Landwirtschaft am Bodensee gemacht und auf dem Dottenfelder Hof im Gemüsebau ihren Meister. Schon früh befasste sie sich mit Züchtung und hat sich in Bingenheim ihren eigenen kleinen Züchtungsstandort aufgebaut. Im Verein Kultursaat kümmert sie sich um die Erhaltungszüchtung von Radieschen Rudi und Buschbohne Marona. Auch erhält sie Blumenkohl Neckarperle, Chinakohl Granat, Zucchini Zuboda, Porree Hilari und Gurke Vorgebirgstraube. Als Neuzüchtung von ihr im Sortiment haben wir die Rote Bete Jannis, eine Weiße Bete wird voraussichtlich nächstes Jahr hinzukommen. Außerdem arbeitet sie an einem niedrigwachsenden Grünkohl, an einem Freiland-Überwinterungsspinat und dieses Jahr geht eine weitere Rote Bete von ihr in den Probeanbau. Seit etwa 20 Jahren betreibt Ute neben ihrer Züchtungsarbeit auch noch Grundlagenforschung speziell zur Klangbehandlung von Saatgut.

Wir haben Ute zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gefragt und ganz persönliche Ein- und Ausblicke erhalten

Ute Kirchgaesser und ihre Rote Bete Jannis

 

Weiße Bete, Neuzüchtung von Ute Kirchgaesser

Vergangenheit: Welche ist deine Lieblingssorte, beziehungsweise welche Sorte ist dir im Züchtungsvorgang besonders positiv aufgefallen?

Eine Mitarbeiterin der Lebensgemeinschaft hat gerne meine vielen Verkostungsabschnitte aus der Rote Bete Züchtung verwertet. Als ihr kleiner Bub mich mal ganz begeistert fragte: „Hast du wieder Rote Bete? Die ist so lecker!“, war für mich klar: Wenn das mal eine Sorte wird, soll die Jannis heißen. Bei Lieblingssorte fällt mir der Spinat Verdil ein. Ich habe noch nicht züchterisch an ihm gearbeitet, aber für mich ist das der Spinat mit dem Blubb, denn der ist so wohlschmeckend, als wenn der Schuss Sahne schon mit drin ist.

Gegenwart: Was motiviert dich jetzt, diese teils sehr langwierige Züchtungsarbeit durchzuführen und immer am Ball zu bleiben?

Grundmotivation auch für das Biodynamische kam, als ich in einem ersten Praktikum die Präparate erlebt habe und vollkommen fasziniert war, dass der Mensch richtig positiv in der Natur wirken kann. Das ist es, was mich trägt: Der Mensch hat das Potenzial, positiv und gut in die Zukunft hinein zu wirken. Es ist auch meine ganze Motivation für die Züchtung und das viele Bemühen, mehr Verständnis von den Pflanzen zu bekommen und mit den Pflanzen zusammenzuarbeiten.

 

Zukunft: Was sind deine Zukunftsvisionen/die Ziele deines Tuns?

Meine Vision ist, dass wir Menschen mehr als bisher unser Potenzial entdecken und positiv schöpferisch wirksam werden, damit wir gemeinsam mit Erde, Pflanzen und Tieren in die Zukunft schreiten können, wo alle zusammengehören.

 

Zum Abschluss: Was möchtest du den Leser:innen mitgeben?

Zum Schmecken: Wenn man mal richtig gut den Geschmack von Spinat erleben möchte, dann sollte man im Freiland überwinterten Spinat essen. Das ist einfach wunderbar und kein Vergleich zu dem im Herbst oder aus dem Folienhaus.

Zum Fühlen: Zum Fühlen, aber auch zum Riechen empfehle ich einen schönen, wunderbaren Kompost. Es ist einfach faszinierend, wie aus Pflanzenresten oder Kuhmist so etwas werden kann. Da ist ja Zukunft, da ist so viel Potenzial drin, für mich ist das auch ein Wellness-Element.

Zum Sehen: Es gibt so viel zu entdecken, wenn wir die Aufmerksamkeit dafür haben. Ich habe z. B. einmal beim Jäten mir die Zeit genommen und zugesehen, wie ein Marienkäfer geschlüpft ist. Es war ein so zauberhaftes Erlebnis – auch zu sehen, dass die Punkte am Anfang gar nicht da sind, sondern sich erst langsam wie aus einer großen Tiefe heraus an die Oberfläche hin entwickeln.